CHRISTOPHORUSKAPELLE, FLUGHAFEN MÜNCHEN

Architekt
Hans-Busso von Busse, München
Bauzeit
1992

Raumkonzept, Verglasung

„Für die Fenstergestaltung des Andachtsraumes entwickelte Florian Lechner eine technisch neue Verbindung aus Stahl und Glas: Beide Materialien führen dabei in einer bündig geschlossenen Fläche ineinander über. Dies ermöglicht, beide eigentlich zueinander fremde Stoffe in eine gemeinsame Gestaltung einzubeziehen. Der materielle und geistige Kontrast von zerbrechlich und stabil, von lichtem und dunklem Stoff wird damit auf den Punkt gebracht […].
Die Bewegung der Grenzlinie weist damit beiden Teilen Form und Bedeutung zu. Diese Linie wurde direkt von der strengen horizontalen Linienführung am Gebäude aufgenommen und in Schwingung versetzt […]. Nach einer starken Aufwärtsbewegung, hier noch in tiefblauem Glas, erscheint der erste Einschnitt. Er ist die „Eins“ in der Bewegung des Dirigierens nach dem Aufschwung und bereitet den höchsten Punkt vor, in welchem sich die Linie
zwischen Altar (im Innenraum) und Kreuz (außen vor dem Raum) geometrisch trifft. Überhaupt ist der gesamte Ablauf wie eine Dirigierbewegung lesbar.
Die Gestaltung der Farbe und Transparenz, der „Dichte“ und Intensität der Glasscheiben, die Führung des Lichtes folgen dieser Bewegung. Am Eingang zum Andachtsraum hat das Glas die größte Dichte: eine Chance für Geborgenheit im wirren Treiben eines Flughafens. Dann öffnet sich das Licht, das Blau geht in ein Türkis über und klingt aus in fast farblosen Gläsern. Der Betrachter erfährt somit eine Veränderung, in gewissem Sinne sogar eine Störung des architektonischen Rasters. […] Doch nur für kurze Zeit: So, wie die Linie Stahl-Glas aus der Architektur aufgenommen wurde, fließt sie auch wieder in sie zurück.“