KONGRESSHAUS ROSENGARTEN, COBURG
Architekt
Hans-Busso von Busse, München
Bauzeit
1987
Turmskulptur und Prismen im Turm
„Florian Lechner hat auf einem kleinen Rundturm ein scheinbar einfaches, in Wirklichkeit sehr durchdachtes Glas-Stahl-Gebilde gesetzt. Es besteht aus einem äußeren Kranz einzelner gegossener Glasflächen, breiteren und schmaleren, die sich zur Stadt hin relativ eng zusammenschließen, während sie zum Rosengarten hin nur locker mit weiten Abständen aneinandergereiht sind. Inmitten dieses Gebildes befindet sich eine leichte Stahlkonstruktion, die an technische Apparate – etwa auf Schiffen, auf einer Messstation – erinnert und tatsächlich auch als Windfahne gedacht ist. In dem Turm, den der Besucher über eine Treppe betreten kann, hängen vier gegossene Glasstäbe hinein, dreieckige Prismen […], in sich Fäden enthaltend, die die Grundfarben des Hauses aufnehmen: grün, orange, rosa. Außer diesen vier Stäben hängt da – wie ein Geistesblitz! – ein Glasstab schräg im Raum, von einem rohen Drahtseil gehalten. Die Wirkung der großen Lechnerschen Glasplastik ist spröde, arte povera. Das Gebilde selbst ist von traumsicherer Proportion. […] Lechner hat das Kunststück fertig gebracht, trotz der exponierten Situation seiner Arbeit sich absolut in die Gesamtkonzeption des Baus einzuordnen.“
(Joachim Kruse, in Glasforum 38/1988, Heft 5, S. 19f.)